Ältere Kinder/Jugendliche

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Das Internet als Fernseher, Radio, Spielplatz


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Das Internet bietet eine große Zahl vielfältiger Unterhaltungsmöglichkeiten. Es existieren zahllose kommerzielle und nicht-kommerzielle Homepages und Plattformen zu Hobby- und Freizeitthemen, wie z.B. Comics, Sport, Musik und Stars, auf denen sich die jeweiligen Fans die Zeit vertreiben können oder sich Bilder, Töne, Videos und Spiele herunterladen. Bei entsprechender Hard- und Softwareausstattung reicht die Palette von rezeptiven Unterhaltungsformen wie etwa dem Durchstöbern digitaler Zeitschriften, dem Abhören von Musiktiteln, dem Empfang von Radio- und Fernsehprogrammen bis hin zur Teilnahme an virtuellen Erlebniswelten und vernetzten Computerspielen. Bei letzteren lassen sich unterschiedliche Formen erkennen, so z.B. gemeinsam zu spielenden Simulations-, Strategie- und Actionspiele sowie Online-Rollenspiele. Bei Online-Rollenspielen kommt der Kommunikation mit anderen hohes Gewicht zu. Von virtuellen Gemeinschaften – etwa virtuellen Städten – heben sie sich durch die Dichte der Regeln und Rollenvorgaben ab.

Auch wenn Kommunikation und Informationssuche die unter den Heranwachsenden am stärksten verbreiteten Nutzungsformen des Internet sind, stehen unterhaltungsorientierte Online-Tätigkeiten durchaus auf ihrer Tagesordnung. So gibt im Jahr 2003 jeweils etwas weniger als ein Fünftel der internetnutzenden Kinder an, mindestens einmal wöchentlich Netzspiele zu spielen, Musikdateien und Computerspiele herunterzuladen. Die Prozentanteile sind dabei unter den männlichen Nutzern deutlich höher als unter den weiblichen.


Der Geschlechterunterschied zeigt sich auch bei den internetnutzenden Jugendlichen, wenn sie angeben, welche Online-Aktivitäten sie täglich oder mehrmals wöchentlich ausführen.


Für die spielbegeisterten 9- bis 19-jährigen Heranwachsenden – und dabei handelte es sich um ca. ein Drittel in einer nach Alter, Geschlecht und Bildung quotierten Stichprobe – hat das Internet seinen festen Platz. Besonders wichtig sind den Spielbegeisterten kostenlose Downloads und Austauschmöglichkeiten mit anderen Spielfans in Foren, Chats etc. Über die Hälfte derjenigen, die im Jahr 2003 von sich sagten, dass sie häufig am Computer oder anderen elektronischen Medien spielen, nutzte das Internet zum vernetzten Spiel oder zum Download von Spielen oder Spielzubehör (Wagner u.a. 2004).

Das Handy als Kommunikationsmittel


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Elektronische, insbesondere mobile Kommunikation hat für Kinder und Jugendliche in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Handy und Internet ermöglichen den schnellen und teils ortsunabhängigen Austausch von Mitteilungen, erlauben eine permanente Verbundenheit mit Familie und Freunden sowie das Anbahnen neuer Kontakte auch zu Personen in großer räumlicher Distanz.

Das Handy ist aus dem Alltag von Jugendlichen und zunehmend auch Kindern kaum mehr wegzudenken. Ca. 90% der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Handy und etwa ein Viertel der 6- bis 13-Jährigen, Tendenz steigend. Das Gerät, anfänglich meist in Hinblick auf eventuelle Notfälle angeschafft, eröffnet vielerlei Kommunikationsmöglichkeiten. Die wichtigste ist für Jugendliche das Austauschen von SMS-Botschaften gefolgt vom Telefonieren. Rund vier bis fünf SMS pro Tag empfangen Jugendliche im Durchschnitt und verschicken annährend ebenso viele Mitteilungen. Die wichtigsten Handy-Kontaktpartner von Jugendlichen sind Freunde, Liebespartner und Eltern. Der Kreis der regelmäßig Kontaktierten beschränkt sich auf durchschnittlich acht Personen, auch wenn so manches elektronische Adressbuch bis zu 60 Einträge verzeichnet.

Je nach technischer Ausstattung lassen sich per Handy auch Logos, Fotos und Töne austauschen. Diese Funktionen stehen in ihrer Wichtigkeit allerdings deutlich hinter SMS und Telefonat zurück, wofür nicht zuletzt die zusätzlichen Kosten eine Rolle spielen dürften. Der Umgang mit den Handykosten stellt für Jugendliche eine ernstzunehmende Herausforderung dar, für manche birgt er auch ein Verschuldungsrisiko und sorgt nicht selten für Konflikte mit den Eltern. Auch andere Funktionen des Handys, wie z.B. die Möglichkeiten, per SMS Klingeltöne zu bestellen oder an Gewinnspielen teilzunehmen, sind Kostenfallen, über die Kinder und Jugendliche informiert sein sollten.

Der Handyeinsatz trägt zur flexiblen und mobilen Organisation des Alltags bei, erleichtert z.B. spontane Verabredungen. Dies kann den Kontakt zu Altersgenossen und Familie erheblich intensivieren, auf der anderen Seite aber auch distanzierter oder unverbindlicher machen: Ein unerwünschter Anruf lässt sich unauffällig abweisen, eine SMS erfordert weniger verbindliche Reaktionen als ein Telefonat, Verabredungen lassen sich durch ständige Erreichbarkeit auch kurzfristig absagen. Gleichzeitig vermischen sich die Sphären: Auf dem Familienausflug lässt sich mit Freunden "simsen", während des ersehnten Treffens mit der neuen Liebe ruft die Mutter an. Flexibilität und ständige Erreichbarkeit bergen somit auch Schwierigkeiten, mit denen umzugehen Kinder, Jugendliche und Familien lernen müssen, indem sie Stellung beziehen, sich Regeln geben und Grenzen definieren.

Das Internet als Kommunikationsmittel


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Das Internet bietet Kommunikationsmöglichkeiten, die für die Entwicklung von älteren Kindern und Jugendlichen relevant sein können. Zum einen ergeben sich erweiterte Kontaktmöglichkeiten zu Personen aus der eigenen Lebenswelt: Mit Freunden über Kommunikationsdienste wie ICQ (sprich: "I seek you") in Kontakt zu treten, sich mit ihnen im Chatroom zu treffen oder mit ihnen in virtuellen Erlebniswelten gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen, ist für viele Heranwachsende von besonderem Reiz.
Aber auch mit Fremden Kontakt aufzunehmen und dabei Anonymität zu wahren – oder auch nicht – ist eine populäre Funktion des Internets. Hier tun sich auf Inhalts- wie auf Beziehungsebene die unterschiedlichsten Erfahrungsmöglichkeiten auf.

Das Internet ermöglicht den Austausch über Themen, die man mit Freunden oder Eltern lieber nicht besprechen möchte oder für die es in der persönlichen Umgebung weder interessierte noch kompetente Ansprechpartner gibt. Auf der Beziehungsebene reicht die Palette der Kontaktmöglichkeiten von der unverbindlichen öffentlichen Plauderei über die Einbettung in eine virtuelle Gemeinschaft bis zur Pflege von virtuellen Beziehungen.

Die verbreitetste Form der internetbasierten Kommunikation ist für Kinder wie für Jugendliche das E-Mailen. Bei den jüngeren (6 bis 13 Jahre, KIM 2003) steht an zweiter Stelle das Plaudern in sogenannten Chatrooms, bei den älteren (ab 12 bis 19 Jahre, JIM 2004) das Instant-Messaging, wie z.B. über ICQ.
Die Teilnahme an Chats erfordert eine gewisse Übung im mehr oder minder zeitgleichen Schreiben und Lesen. An Chats beteiligen sich von den 6- bis 13-jährigen Internetnutzern 16% mindestens einmal in der Woche (KIM 2003). Täglich oder mehrmals wöchentlich gehen ca. ein Fünftel der 12- bis 19-Jährigen in einen Chat (JIM 2004). Als wichtigste Motive geben jugendliche Chatterinnen und Chatter an, neue Kontakte knüpfen, flirten und zum Zeitvertreib plaudern zu wollen. Das Plaudern und Flirten, der spielerische Umgang mit der eigenen Identität sowie der Kontakt mit Fremden sind für Heranwachsende ein reizvolles Erfahrungsfeld.

Es birgt jedoch auch gewisse Risiken. Die Bandbreite reicht von enttäuschten Beziehungswünschen über die Konfrontation mit groben Beleidigungen bis hin zur sexuellen Belästigung. Ein knappes Drittel der 12- bis 13-jährigen und knapp zwei Drittel der 18- bis 19-jährigen Chatnutzer hat schon einmal oder mehrmals unangenehme Leute im Chatroom getroffen (JIM 2004).

Themenbezogene Chatrooms, Online-Foren und Newsgroups dienen vor allem dem Informationsaustausch und der Beratung (link zu Orientierung). In Foren können zu vorgegebenen Themen Beiträge gelesen und platziert werden oder auch neue Diskussionen begonnen werden. Ein gutes Zehntel der 6- bis 13-Jährigen liest mindestens einmal wöchentlich Beiträge in Newsgroups (KIM 2003). Von den 12- bis 19-jährigen Mädchen besuchen nur 5% täglich oder mehrmals wöchentlich Newsgroups, von den Jungen dieser Altersgruppe sind es 12% (JIM 2004).

Die informative Nutzung des Internet durch Heranwachsende


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Das Internet gewinnt für Heranwachsende als Informationsmedium an Gewicht. Bei den 6- bis 9-Jährigen ist es noch nicht das Medium der Wahl, wenn es um Information und Wissen geht. Nach Büchern und Fernsehen steht es an dritter Stelle (Flimmo 2004), denn die Informationssuche im Internet ist für Kinder nicht eben einfach (Feil/Decker/Gieger 2004).

Tun sich Jugendliche und Erwachsene schwer, die Informationsflut zu bewältigen, so scheitern Kinder bis zum Alter von ca. 9 Jahren meist schon an den Voraussetzungen: Der Umgang mit Texten ist noch unvertraut, die Struktur des Mediums bleibt undurchsichtig, die Tastatur stellt eine große Herausforderung dar. Englischsprachige Meldungen und technische Fachausdrücke behindern das Vorankommen. Soll Information gefunden werden, sind Kinder diesen Alters auf die Hilfe von Erwachsenen oder älteren Geschwistern angewiesen.

Fragt man ältere Kinder nach ihren Medien für die Informationssuche, so teilt sich das Internet bereits den ersten Platz mit den Büchern (Flimmo 2004). Das ist angesichts der scheinbar leicht verfügbaren großen Informationsmenge kaum verwunderlich. Allerdings haben noch längst nicht alle 6- bis 12-Jährigen Zugang zum Internet. Von denjenigen, die einen Computer nutzen (das waren 70% im Jahr 2003), gehen 60% "zumindest selten" ins Internet. Von diesen suchen ca. 40% im weltweiten Netz mindestens einmal pro Woche nach schulbezogenen und sonstigen Informationen (KIM 2003). Inwieweit sie fündig werden, bleibt fraglich. Zumindest steht nach Auffassung der Kinder der Rechercheaufwand oft nicht im Verhältnis zum Ergebnis. Geeignete Suchstrategien haben die Kinder noch nicht entwickelt und der Umgang mit Suchmaschinen ist ihnen noch nicht vertraut (Feil/Decker/Gieger 2004).

Soll die Informationssuche nicht zum Frusterlebnis werden, sind eine Einführung in die Recherchemöglichkeiten und Unterstützung bei den ersten Versuchen sehr hilfreich. Dabei nützen kindergerechte Internet-Angebote wie etwa die Suchmaschine Die Blinde Kuh. Um mit dem Internet vertraut zu werden, ist ein spielerischer und interessensbezogener Zugang sinnvoll. Angebote für Kinder sind mittlerweile zahlreich.

Nahezu täglich durchforstet etwa ein Drittel der computernutzenden Heranwachsenden ab 12 Jahren das Internet nach Informationen (JIM 2004). Dabei geht es nicht nur um Bildungs- oder Berufsbezogenes und für die Allgemeinheit relevante Nachrichten, denn Jugendliche haben einen breiten Informationsbegriff. Dazu gehört auch alles, was sie für den eigenen Alltag als wissenswert und nützlich empfinden (Schorb/Theunert 2000). Das kann Neuigkeiten im Leben des Lieblingsschauspielers ebenso einschließen wie die den günstigsten Preis für das begehrte Mountainbike.
Jugendliche, die das Internet intensiv nutzen, haben meist effektive Wege gefunden, um zu relevanter Information zu gelangen. Je ernsthafter, wissensbezogener und komplexer die Nutzung des Internet wird, desto deutlicher wird das Übergewicht von bildungsbevorzugten Heranwachsenden (Wagner u.a. 2004). Für andere ist der versierte Umgang damit weniger selbstverständlich.

Derzeit sind Heranwachsende großenteils auf die eigene Initiative und das soziale Umfeld angewiesen, wenn sie Computer und Internet optimal nutzen wollen, denn der Schulunterricht bietet offenbar noch zu wenig Unterstützung (Senkbeil in merz 6/2005). Nicht alle verfügen aber über computer- und internetverständige Familien und Freunde. Um so wichtiger sind Broschüren, Tipps und Plattformen, auf der Jugendliche sowohl Information finden, als auch selbst im Internet aktiv werden können:


Die Methode der aktiven Medienarbeit


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"Aktive Medienarbeit bedeutet die Be- und Erarbeitung von Gegenstandsbereichen sozialer Realität mit Hilfe von Medien. Die Medien werden von ihren Nutzern ,in Dienst genommen', d.h. selbständig gehandhabt und als Mittel der Kommunikation gebraucht." Aktive Medienarbeit fördert Fähigkeiten, die für einen kritisch-reflexiven Medienumgang notwendig sind, aber auch aktive und selbstbestimmte Partizipation in der Gesellschaft ermöglichen:

1) Intensive Befassung mit Themen
Die Herstellung eines medialen Produkts motiviert zur eingehenden Auseinandersetzung mit einem Thema, egal ob es sich um "große" gesellschaftliche Themen wie Ökologie oder Ausländerfeindlichkeit handelt oder um "kleine" Alltagsthemen wie Stress in der Familie oder die erste Liebe. "Ob es Ziel ist, eine filmische Dokumentation über Kriegsflüchtlinge [...] zu drehen, oder die plumpe Machart so mancher Infotainment-Sendungen mit einer bissigen Satire zu entlarven [...] - immer ist das Medium ,Mittel' zur intensiven Auseinandersetzung mit einem Thema und zur Darstellung der Ergebnisse [...]."

2) Erproben von Rollen
Aktive Medienarbeit bietet "viele Möglichkeiten, unterschiedliche Rollen gedanklich, z.B. bei der Durchdringung und Darstellung eines Themas aus unterschiedlichen Sichtweisen, oder praktisch, z.B. als Organisatorin, Cutter u.ä. einzunehmen und sich darin zu erproben."

3) Entwicklung sozialer Verhaltensweisen
"Aktive Medienarbeit [...] ist immer ein Gruppenprozess. Das ständige Aushandeln von Themen, Meinungen, Wertungen etc., die Verteilung von Aufgaben, das stringente Verfolgen gemeinsamer Zielsetzungen und das Erleben des Aufeinander-angewiesen-Seins im Team sind beste Voraussetzungen für Prozesse sozialen Lernens."

4) Entdecken eigener Fähigkeiten
"Aktive Medienarbeit stärkt das Selbstwertgefühl, da sie durch die vielfältigen Aufgaben [...] allen Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen die Möglichkeit für Erfolgserlebnisse bietet. Und sie fördert die Entdeckung der eigenen Kreativität [...]."

5) Erlernen der Mediensprache
"Wer selbst Medienprodukte herstellt, lernt zwangsläufig die ,Sprache' der Medien kennen, ihre Gestaltungsmöglichkeiten ebenso wie ihre Manipulationsmechanismen. Damit besteht auch die Chance zu lernen, die Medien insgesamt besser entschlüsseln und ihre Botschaften kritisch-reflexiv hinterfragen zu können."

6) Teilnahme an öffentlicher Kommunikation
"Medienprodukte sind immer geschaffen für eine Öffentlichkeit, ganz gleich wie groß diese ist [...]. Die Präsentation des [...] eigenen Produkts ist gleichzeitig eine Konfrontation der eigenen Position mit der anderer [...]." Sie bietet die Chance, "mit Bildern und Tönen das eigene Anliegen zu äußern und sich damit in die öffentliche Diskussion einzumischen".

Gewalt im Spiel = (k)ein Kinderspiel


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Action- und Gewaltspiele – reine Männersache!
Beim Thema Action und Gewalt scheiden sich nicht nur die Geister sondern auch – und vor allem – die Geschlechter. Während sich viele männliche Heranwachsende für alle Arten von gewalthaltigen Actionspielen begeistern können, machen diese Spiele bei den Mädchen wenig Eindruck. Egal ob Prügelspiele oder Militärsimulationen, Ego-Shooter oder Action-Rollenspiele, alles was mit kämpferischen Auseinandersetzungen zu tun hat, ist ein Fall für die Jungs. Das Gefühl, das Spiel bzw. die Gegner im Griff zu haben und zu beherrschen, hat dabei große Bedeutung. Der Wunsch, Ereignisse und Situationen zu kontrollieren und Macht auszuüben, ist anscheinend den männlichen Heranwachsenden in unserer Gesellschaft auf den Leib geschrieben. Die zum überwiegenden Teil vor "Männlichkeit" strotzenden Hauptfiguren in gewalthaltigen Spielen tun ein Übriges. Für einige Jungs ist es außerdem ein Anreiz, die Erwachsenen mit den eigenen "krassen" Medienvorlieben zu schockieren. "Männlichkeit" demonstriert derjenige, der etwas aushalten kann und ohne mit der Wimper zu zucken, eklige Monster abknallt und als unbesiegbarer Held die blutigsten Kämpfe übersteht.

Echtes Risiko – Wenn Bildschirmkrieger die Kontrolle verlieren
Wenn Gewalt im Spiel ist, sind die Befürchtungen von Eltern und anderen Erwachsenen besonders groß. Machen diese Spiele die Kinder und Jugendlichen aggressiv, verhaltensgestört oder gar zu Amokläufern? Angesichts von spritzendem Pixelblut und düsteren Endzeitszenarien eine verständliche Frage. Trotzdem: Das schnelle (Vor-)Urteil ist auch hier nicht angebracht. Gewalt in Spielen ist etwas anderes als zum Beispiel in einem Film. Die Spieler werden nicht – wie in einer Filmgeschichte – emotional mit hineingezogen, fühlen nicht mit den Helden, aber auch nicht mit den Opfern. Mitgefühl würde den erfolgreichen Spielablauf einfach nur stören. Das heißt aber nicht, dass die Spielenden automatisch abstumpfen oder gar Mitleidsfähigkeit in der Realität verlieren. Spiel und Realität sind zwei unterschiedliche Welten und das ist den allermeisten Spielenden bewusst. Verschwimmen jedoch diese Grenzen, kann ein problematisches Gewaltverständnis gefördert werden. Risiken sind vor allem dann zu befürchten, wenn die Spielenden ständigem Druck ausgesetzt sind, weil sie wie bei den "Ego-Shootern“"im Sekundentakt drastische Gewalt ausführen müssen, um sich das Bleiberecht im Spiel zu erkämpfen. Läuft das Spiel vor einem realitätsnahen Szenario (z.B. Terrorbekämpfung oder Vietnamkrieg) ab und ist die Darstellung von filmähnlicher Qualität und realistisch, sind solche Effekte umso wahrscheinlicher. Dann kann es auch vorkommen, dass die Begeisterung für Spielelemente, wie zum Beispiel für Waffen, Kriegsgerät, militaristische Strategien in der Realität ihre Früchte trägt.

Ausländerbilder im Fernsehen


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Sind alle Türken Machos? Klar, sieht man ja im Fernsehen: "Die Männer bestimmen halt, wie die Frau alles machen muss und so was", findet die 13-jährige Jana. Und der ein Jahr ältere Jörg ist der Meinung, "die wollen 'ne Frau für eine Nacht, denen ist eine Beziehung scheißegal". Viele, die dieses Einstellung vertreten, haben in ihrem Alltag wenig oder gar nichts mit Menschen ausländischer Herkunft zu tun, sie kennen sie nur vom Hörensagen oder aus den Medien. Das bestätigt die zwölfjährige Katja, die feststellt: "Wenn ich in Talkshows mal so Machos sehe, dann sind es meistens Türken oder türkischer Abstammung." Dass Katja mit ihrer Beobachtung leider recht hat, bestätigt eine wissenschaftliche Studie, in der der Einfluss des Fernsehens auf die Ausländerbilder von 9- bis 14-jährigen Kindern und Jugendlichen untersucht wurde. Es zeigte sich, dass im Nachmittags- und Vorabendprogramm, nämlich in Daily Talks, Gerichtsshows und Boulevardmagazinen, vor allem zwei Typen von Ausländern gezeigt werden: der "südländische Macho" und der "kriminelle Ausländer ".

Beispiel 1: Der türkische Macho – die Daily Talks
In den Daily Talks dominiert der südländische "Macho". Auch wenn dies nicht immer ein Türke ist, wird er von den Heranwachsenden primär als Türke wahrgenommen. Ihnen fallen alle Ingredienzien der Inszenierung des "türkischen Machos" ins Auge. Das Aussehen wird als "gestylt" beschrieben: mit Gel in den Haaren, mit Schmuck behangen und in trendiger Kleidung. Das Verhalten – das durch die Inszenierung noch einmal besonders herausgestellt wird, indem beispielsweise das Publikum aufgefordert ist, auf die selbstherrlichen Sprüche der Protagonisten zu reagieren, was in der Regel zu Buh-Rufen führt – wird von den Heranwachsenden als großkotzig bewertet. Adressaten des großspurigen Verhaltens der "Machos" sind in der Regel Frauen, die von ihnen als bloße Sexualobjekte angesehen werden – dies wird auch von den Kindern und Jugendlichen registriert. Alle Mädchen und Jungen, die den Türken einseitig als "Macho" bezeichnen, beziehen sich auf die Quelle Daily Talks.

Beispiel 2: Der türkische Verbrecher – die Gerichtsshows
In den Gerichtsshows dominiert als krimineller Ausländer der Türke – sowohl in der Darbietung als auch in der Wahrnehmung der Kinder. Weiterhin, aber seltener, werden Fälle von ausländischen Frauen als Opfer von Männern sowie von Ausländern unterschiedlicher Nationalität als Opfer von Neonazis geschildert. Verhandlungen über Gewalttaten von Neonazis beeindrucken die Kinder und Jugendlichen stark, obwohl sie – wie die Programmanalyse zeigt – im Gesamt der Gerichtsshows nur selten vorkommen. Alle Bestandteile der Inszenierung, insbesondere in der Darstellung des türkischen Verbrechers, hinterlassen in der Wahrnehmung der Kinder eindeutige Spuren. Die Stereotype des Türkenbildes der Daily Talks werden gesteigert. Im Gegensatz zu den Daily Talks beherrschen Türken in Gerichtsshows die deutsche Sprache schlecht und präsentieren sich als Glaubensfanatiker. Ihre Handlungen beschränken sich nicht mehr auf verbales Männlichkeitsgebaren, sondern werden zu physischen Gewalthandlungen gesteigert. Der Unterdrücker der Frau wird hier zum Vergewaltiger. Das Ausländerbild als Konglomerat von Vorurteilen wird durch die Gerichtsshows besonders gefördert.

Für Kinder und Jugendliche ist das Fernsehen eine wichtige Orientierungsquelle, auch wenn es um die Entwicklung von Menschenbildern, und dazu gehören auch Bilder von Menschen anderer Herkunft, geht. Allerdings werden sie hier schlecht bedient. Klischees und Vorurteile werden ihnen als Realität verkauft. Was ihnen wirklich weiterhelfen würde, drückt die 14-jährige Cora so aus: "Also wirklich mal so die Hintergründe erklären in so einem "taff", warum die Ausländer zu uns nach Deutschland kommen."

Das Fernsehen als Orientierungsquelle für Heranwachsende


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Kinder und Jugendliche werden im Prozess des Heranwachsens mit vielfältigen Problemen und Fragen konfrontiert: Wie kann ich mich in einer Gemeinschaft behaupten? Wie verhalte ich mich im Freundeskreis, um Anerkennung zu finden? Welche Erwartungen sind mit meiner zukünftigen Rolle als Frau oder Mann verbunden?
Zur Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen wird auch das Fernsehen als wichtige Informations- und Orientierungsquelle herangezogen. Das Spektrum, das die Heranwachsenden nach Brauchbarem abklopfen ist groß: Es reicht von expliziten Kinder- und Jugendsendungen wie "Bravo TV" (RTLII), "Kummerkasten" (KI.KA) oder "Dr.MagLove" (KI.KA) bis hin zu Sendungen des sogenannten Affektfernsehens. Darunter sind Talkshows, Reality-Soaps, Gerichtshows, Reality-TV und Ähnliches zu verstehen. Je nach Genre stehen unterschiedliche Lebensbereiche und Themen im Mittelpunkt. Reality-TV-Sendungen wie "Notruf" (RTL) oder "Aktenzeichen XY" (ZDF) dienen beispielsweise manchen Eltern dazu, ihren Kindern durch abschreckende Beispiele die Gefahren des Alltags in Form von Kriminalität und Unfallrisiken nahe zu bringen. Die Dramatisierung von Alltagsgefahren kann bei Heranwachsenden allerdings zu Verunsicherung und zu fragwürdigen Vorstellungen über die sie umgebende Umwelt beitragen.
Bei den Heranwachsenden selbst stehen eher Fragen des sozialen Miteinander im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Besonders wenn Jugendliche oder junge Erwachsene gezeigt werden, die sich mit Alltagsthemen- und Problemen auseinander setzen, ist das Interesse von Mädchen und Jungen vor dem Bildschirm groß. Der Aspekt Liebe und Partnerschaft bewegt viele Heranwachsende ab etwa 11/12 Jahren besonders. Der 12-jährige Stefan etwa begründet seine Vorliebe für die Datingshow "Dismissed" (MTV) mit einer konkreten Erwartungshaltung: „Weil du da was lernen kannst von den Männern und Frauen. Wie man mit Frauen umgehen kann und so.“ Dass sich Heranwachsende ausgerechnet an Sendungen wie "Dismissed" orientieren, ist aus pädagogischer Sicht problematisch: Das Frauen- und Männerbild ist gekennzeichnet durch Oberflächlichkeit und die Reduzierung auf Äußerlichkeiten. Mit zunehmendem Alter sehen die befragten Kinder Sendungen wie "Dismissed" allerdings distanzierter: „Was für schwachsinnige Sachen die angeben, wieso die den gut finden und den nicht. Das ist immer total unrealistisch“, kritisiert die 15-jährige Daniela.
Pädagogisch angemessen gehen Sendungen wie "Dr.MagLove" oder "Kummerkasten" (beide KI.KA) mit dem Themenfeld Liebe, Sex und Partnerschaft um. Eine Studie des Lehrstuhls für Medienpädagogik und Weiterbildung der Universität Leipzig zur Sendung "Kummerkasten" zeigte, dass Kinder spezielle Beratungsangebote für ihre Zielgruppe durchaus wahrnehmen und zur Orientierungssuche aktiv nutzen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass sie kritisch mit solchen Angeboten umgehen und hohe Qualitätsansprüche anmelden. Die Darstellungsformen solcher Sendungen müssen altersangemessen sein, die Themen ernsthaft und glaubwürdig vermittelt werden.

Wie alltagsrelevant aktuelle Fernsehangebote im Leben von Heranwachsenden sind, belegen auch die Ergebnisse einer FLIMMO-Kinderbefragung aus dem Jahr 2004, die sich mit Reality- und Castingshows beschäftigt hat:

„Immerhin fast die Hälfte der Kinder glaubt, bei diesen Sendungen etwas fürs „echte Leben“ lernen zu können: Die Vorstellung, selbst ein Star werden zu können, kommt bei den Castingshows (z.B. "Deutschland sucht den Superstar") zum Tragen, bei den Realityshows ("Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!") sind es vor allem Teamgeist und der Mut zum Risiko, die als relevant fürs eigene Leben geltend gemacht werden. Auch die eigene Teilnahme an solchen Shows liegt für diese Kinder im Bereich des Möglichen.
Reality- und Castingshows bieten Heranwachsenden eine Reihe an Identifikationsmöglichkeiten, die aber z.B. ihrem Streben nach Durchsetzungsvermögen und dem Wunsch, anerkannt und beliebt zu sein, fragwürdige Vorlagen bieten. Manche Mädchen und Jungen nehmen die in solchen Sendungen präsentierten Vorstellungen für bare Münze und die Gefahr besteht, dass sie auch in der Realität Gewicht erlangen, wenn diese Vorstellungen in ihrem sozialen Umfeld (in der Familie, Schule etc.) nicht entsprechend korrigiert werden.“

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