1.3 Medienerfahrungen beeinflussen medienbezogene Fähigkeiten

Auch die Medienerfahrungen, die im Verlauf des Heranwachsens gesammelt werden, begünstigen die Weiterentwicklung des Medienwissens und -verständnisses. So lernen Kinder z.B. den Umgang mit Computerspielen auf zwei Wegen: Zum einen, indem sie sich von Gleichaltrigen zeigen lassen, was zu tun ist, zum anderen durch Versuch und Irrtum.

Bereits im Vorschulalter, ab ca. 4 bis 5 Jahren, beginnen Kinder z.B. aufgrund ihrer bisherigen Fernseherfahrung auffällige Sendungsformate und Genres anhand bestimmter Hinweisreize zu erkennen, etwa Nachrichten und Werbung von anderen Sendungen zu unterscheiden oder Zeichentrick als nur fiktional einzuordnen.

Anspruchsvollere dramaturgische Gestaltungsmittel in Fernsehsendungen, die z.B. Ortswechsel, Rückblenden oder Traumsequenzen anzeigen, können dagegen erst Grundschulkinder richtig einordnen. Mit zunehmender Fernseherfahrung z.B. wächst das Verständnis der formalen und dramaturgischen Dimensionen und wird das Erkennen der unterschiedlichen Sendungsformate und Genres, und damit auch die Unterscheidung zwischen fiktionalen und non-fiktionalen Inhalten immer sicherer.

Ungefähr ab dem Jugendalter entspricht das formale und dramaturgische Fernsehverständnis dann dem Erwachsener.