1.2 Medienbezogene Fähigkeiten im Entwicklungsverlauf

Ein Schaubild gibt einen Überblick über den Entwicklungsverlauf und setzt die alterstypischen kognitiven und sozial-moralischen Fähigkeiten in Zusammenhang mit medienbezogenen Fähigkeiten.

Die zugrunde gelegte Alterseinteilung basiert einerseits auf sozialen Einschnitten, die jeweils neue Entwicklungsaufgaben mit sich bringen, und orientiert sich andererseits an den Phasen der kognitiven Entwicklung nach Piaget. Die Bildung von Altersstufen kann natürlich nur eine ungefähre Orientierung bieten. Denn:

  • Je nach individuellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind deutliche Abweichungen möglich, ohne dass dies unbedingt als problematisch zu werten wäre. So wird z.B. ein vierjähriges Kind, das vom Fernsehen bislang weitgehend ferngehalten wurde, mehr Schwierigkeiten haben, zwischen Werbung und Programm zu unterscheiden als ein gleichaltriges Kind, das bereits viel mit den älteren Geschwistern fernsieht.

  • In der individuellen Entwicklung finden sich mehr kontinuierliche Veränderungen und fließende Übergänge als auffallende qualitative Sprünge, wie es durch eine Einteilung in Stufen suggeriert wird.

  • Generationeneffekte spielen gerade auf dem Gebiet der Medien eine bedeutende Rolle. Welche Medien für welche Altersgruppe einschlägig sind, hängt auch davon ab, ob der Medienmarkt eine Altersgruppe für ein bestimmtes Medium durch angepasste Angebote erschlossen hat. Das hier vorgelegte Material kann natürlich nur den gegenwärtigen Stand des Medienmarktes berücksichtigen.