5.7 Freiwillige Selbstkontrolleinrichtungen

Das Jugendschutzgesetz sieht ebenso wie der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag die Tätigkeit von Selbstkontrolleinrichtungen vor, die Altersfreigaben erteilen können.

  • Bei Filmen übernimmt dies z.B. die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). Deren Urteile, die sogenannten "FSK-Freigaben", werden durch ein Verfahren, das von der KJM anerkannt wird, als Länderregelungen übernommen und zwar für Kinofilme und für Videos.
  • Bei Fernsehprogrammen müssen die öffentlich-rechtlichen Sender selbst für die Einhaltung der Altersgrenzen sorgen und viele private Fernsehanbieter nutzen die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die für Sendungen aller Art Altersfreigaben ausspricht.
  • Für den Bereich der Bildschirmspiele übernimmt diese Aufgabe die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die eine Einrichtung des Verbands der Unterhaltungssoftware Deutschlands (VDU) ist. Die USK vergibt gemäß Jugendschutzgesetz fünf Alterskennzeichnungen, ohne die nach § 14 JuSchG kein Bildschirmspiel öffentlich angeboten werden darf.

Um eine Altersfreigabe zu erhalten, müssen Hersteller ein Medium der jeweiligen Selbstkontrolleinrichtung vorlegen und eine Altersfreigabe beantragen. Unabhängige Gutachtergremien prüfen sodann, ob die beantragte oder eine andere Freigabe erteilt werden kann. Am Ende des Begutachtungs- und Entscheidungsprozesses wird eine Altersfreigabe vergeben, die auf dem Medium selbst und auf der Umhüllung fälschungssicher angebracht werden muss.

Für Angebote im Internet gibt es auch eine Selbstkontrolleinrichtung, die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V., die sich um den Jugendmedienschutz im Internet bemüht und der sich Anbieter anschließen, die sich bezüglich der Einhaltung von Jugendschutzkriterien und der Kennzeichnung von Seiten einem Verhaltenskodex unterwerfen.

Insgesamt bleibt es aber die Aufgabe aller Bürger, durch aufmerksame und kritische Nutzung an einer wirksamen Kontrolle der Vorschriften und Regelungen im Jugendschutz mitzuwirken. Dazu müssen die einzelnen Regelungen und die zuständigen Einrichtungen auf breiter Basis bekannt sein. Es bleibt die Aufgabe medienpädagogischer Bemühungen, den Bekanntheitsgrad des Jugendmedienschutzes zu erhöhen und die einschlägigen Einrichtungen bekannter zu machen sowie die Medienkompetenz aller Bürger, vor allem aber die der Kinder, Jugendlichen und Eltern, zu erhöhen.