1.2 Mit Medienkompetenz den Risiken des Medienmarktes gegensteuern

Das Kinder- und Jugendalter ist in heutiger Zeit von medialen Welten geprägt wie in keiner Generation vorher. Merchendising und Mehrfachvermarktung von Medienfiguren sind zwar keine neuen Phänomene, aber Ausmaß und Qualität nahmen in den letzten Jahren deutlich zu: Von "Krieg der Sterne" zu "Der Herr der Ringe", von "Harry Potter" zu "Bob der Baumeister".
Die Verzahnung von Konsum- und Medienwelten erfordert von Kindern und Jugendlichen einen kompetenten, kritischen und verantwortungsvollen Medienumgang, denn

  • für Heranwachsende ist es zunehmende schwieriger, sich dem Druck der Orientierung an bestimmten Marken, Medieninhalten und Konsumzwängen zu entziehen. Um damit sinnvoll umzugehen, ist eine souveräne und selbstbewusste Haltung notwendig, die sich am besten in der Auseinandersetzung mit Bezugspersonen in der realen Umwelt entwickeln kann.
  • die offensive Vermarktung von action- und gewalthaltigen Medieninhalten bedeutet das Hineintragen dieser Inhalte in den Konsummarkt und damit die Verlängerung in den Alltag. Damit werden Medieninhalte wie aus "Herr der Ringe" allzeit präsent. So ist es Heranwachsenden möglich, sich komplett in eine Medienwelt "einzuspinnen", um der realen Welt zu entfliehen.

Umso wichtiger ist es, den Kindern und Jugendlichen in der Realität lohnenswerte Alternativen (z.B. Spiele mit der Familie, anregende Aktivitäten usw.) anzubieten. Zu diesen anregenden Alternativen können auch Aktivitäten mit Medien gehören. Das kreative Potential von Medien zu nutzen, macht Kindern und Jugendlichen viel Spaß, da sie in Bezug auf mediale Angebote sehr neugierig und aufgeschlossen sind. Darüber hinaus können die aktive und kreative Beschäftigung mit Medien das Verständnis und die Kritikfähigkeit gegenüber Medienangeboten schulen und damit einen souveränes, selbstbestimmtes und kritisches Leben in und mit Medienwelten befördern.