5.1 Auf die richtige Mischung kommt es an - Haltungsschäden

Die häufigste Ursache für Haltungsschäden ist zu wenig Bewegung. Hinzu kommen schlechte Körperhaltung und v.a. zu viel und falsches Sitzen. Eine kritische Phase für den Haltungs- und Bewegungsapparat ist der Schuleintritt, da ab dann Stillsitzen im Unterricht und bei den Hausaufgaben angesagt ist. Eine weitere kritische Phase ist der pubertäre Wachstumsschub, der bei Mädchen im Alter von 10 - 12 Jahren, bei Jungen etwas später im Alter von 12 - 15 Jahren stattfindet. Mediennutzung kann während des gesamten Entwicklungsverlaufs einen Anteil an Bewegungsmangel haben: Fernsehen, Computerspielen, Surfen im Internet, Lesen ... - all das passiert im Sitzen oder Liegen, ist jedenfalls mit Bewegung nicht zu verbinden.

Da die physische und die psychische Gesundheit eng zusammenhängen, können sich akuter Bewegungsmangel und einseitige Belastung durch zu viel Sitzen nicht nur auf die Motorik negativ auswirken, sondern auch auf die kognitive und emotionale Entwicklung von Heranwachsenden. Mögliche Folgen können sein:

  • Verlust an sportlicher Kondition und Körperwahrnehmung
  • Entwicklung von muskulären Dysbalancen
  • Haltungsschwächen, Haltungsschäden, Rückenschmerzen
  • Sinkende Eigenaktivität
  • Verarmung der Alltagsmotorik
  • Konzentrationsschwäche, Abnahme der Stresstoleranz
  • Mangelnde Antriebskraft
  • Vermindertes Selbstwertgefühl

TIPPS:

Um einer problematischen körperlichen und damit zusammenhängenden problematischen seelischen Entwicklung entgegenzuwirken, ist es wichtig dafür zu sorgen, ...
  • ... dass die Freizeitgestaltung Heranwachsender vielfältig ist. Die meisten Kinder und Jugendlichen verbringen ihre Freizeit lieber mit anderen, als vor dem Bildschirm zu sitzen. Viele Mädchen und Jungen greifen aber auf die Medienangebote zurück, weil sie kaum andere Freizeitmöglichkeiten haben. Um einen Ausgleich zum vielen Sitzen zu schaffen, ist v.a. sportliche Betätigung wichtig. Das kann im Verein mit Gleichaltrigen sein, oder auch auf einer Radtour mit den Eltern,
  • ... dass der Computer-Bildschirm genau wie für Erwachsene auch für Kinder und Jugendliche auf Augenhöhe positioniert ist. Wenn der Computer oft und lange benutzt wird, sollte auf eine ergonomische Gestaltung geachtet werden,
  • ... dass zu langes Sitzen vor dem Bildschirm verhindert wird. Der Körper braucht ausreichende Pausen und effektiven Ausgleich. Manche Medienangebote können aber für Heranwachsende so faszinierend sein, dass sie darüber die Zeit vergessen. Ein kurzer Hinweis von Mutter oder Vater oder auch ein Wecker neben dem Computer können da hilfreich sein.