4.1 Mediale Schönheitsideale und die Folgen

Medien sind voll von schönen Menschen: Schauspielerinnen und Fernsehgrößen, Models, Musikstars etc. In Zeitschriften, in der Werbung, im Fernsehen, im Kino, im Internet ... der Allgegenwart von Menschen mit ebenmäßigen Gesichtszügen, perfekten Körpern und schickem Outfit ist kaum zu entkommen. Kein Wunder, wenn Frauen und Männer dieses Menschenbild zunehmend verinnerlichen. Dass dieser Trend Besorgnis erregende Züge annimmt, zeigen Studien zum Schönheits- und Körperkonzept von Frauen und Männern.

"Nicht nur übergewichtige Frauen, sondern teilweise auch normal- und untergewichtige Frauen sind mit ihrer Figur und ihrem Gewicht unzufrieden. Hier zeigt sich nicht nur eine Verzerrung der Selbstwahrnehmung, sondern auch das verzweifelte, aber vergebliche Streben nach einem Körper, der dem hochgesteckten Schönheitsideal entspricht. [...]
Dem normal- und übergewichtigen, durchschnittlich aussehenden Anteil der Bevölkerung gehört der größte Teil von Männern und Frauen an. Durch die große Medienpräsenz untergewichtiger Menschen mit ebenmäßigen Gesichtszügen und Proportionen wird dieses äußere Erscheinungsbild von vielen Personen als Schönheitsideal verinnerlicht. Da ein solches Aussehen für die meisten unerreichbar bleibt, baut sich - insbesondere bei Frauen - Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen auf. Diese Unzufriedenheit kann zu Verhaltensweisen wie verstärkter Gewichtskontrolle und -reduzierung führen, die über das Maß der Gesunderhaltung des Körpers hinausgehen. Das Phänomen, dass immer mehr Frauen zu Essstörungen und Magersucht neigen, ist nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland beobachtbar. In anderen Ländern, z.B. in Spanien und Schweden, haben die Medien inzwischen die Auflage, weniger untergewichtige und mehr normalgewichtige Models zu zeigen, um ein überspanntes Schönheitsideal zu entschärfen, das unter jungen Frauen zu Gewichtsreduzierungen und Gesundheitsstörungen in erschreckenden Ausmaßen geführt hat. [...]"

Dass nicht nur Erwachsene diesem Schönheitswahn verfallen, sondern zunehmend auch junge und sehr junge Menschen, stimmt besonders bedenklich: Wenn heute schon 10-jährige Mädchen für ihre "Traumfigur" hungern oder pubertierende Jungen ihre Muskeln und Gelenke beim Bodybuilding überstrapazieren, muss dringend gegengesteuert werden. Die Auseinandersetzung über die Schönheitsideale, die in Medien dargeboten werden, gehört ebenso dazu wie Gegenentwürfe in der Realität, in denen Schönheit und Schlanksein nicht den Wert eines Menschen bestimmen.