... wenn Medienklischees Probleme machen

In der Welt, wie sie uns von den Medien präsentiert wird, gibt es vor allem einen Typ Mensch: jung, schlank und durchtrainiert, mit Erfolg auf ganzer Linie. Dieses (Schönheits-)Ideal wird den Mädchen und Jungen von frühester Kindheit an vermittelt, angefangen bei "Barbie", über "Bravo" bis hin zu Lifestylemagazinen in Zeitschriftenform oder im Fernsehen.
Insbesondere in der Pubertät sind viele Jugendliche mit ihrem Körper und ihrem Aussehen unzufrieden. Ihr Körper verändert sich, und auch die Gefühlswelt gerät aus den Fugen. Die Anforderungen der sozialen Umwelt und der instabile innere Zustand klaffen auseinander und führen zu Verunsicherung und Konflikten. In dieser Entwicklungsphase sind Heranwachsende besonders empfänglich für die Idealvorstellungen, die ihnen die Medien anbieten. Befürchtungen, dass gerade in diesem schwierigen Lebensabschnitt die Medien einen dominierenden Einfluss auf Mädchen und Jungen haben können, sind nicht unberechtigt.
Mittlerweile kommt es durchaus vor, dass Mädchen bereits im Kindesalter für ihre "Traumfigur" hungern. Die Ausbreitung von Magersucht und Bulimie gibt zur Sorge Anlass. Und wenn Heranwachsende ein Weltbild entwickeln, in dem Markenartikel und Äußerlichkeiten die zentrale Rolle im Leben spielen, ist das ganz sicher bedenklich.
Trotzdem ist die "Macht der Medien" nicht so groß, wie oft vermutet wird. Zwar ziehen Heranwachsende das, was ihnen die Medien bieten, zur Orientierung heran. Die Medienangebote sind aber nur ein Faktor unter mehreren. Liefert jedoch die Realität keine tragfähigen Modelle und Normen, an denen sich Heranwachsende orientieren können, gewinnen die Medien mitsamt ihren fragwürdigen Orientierungsangeboten an Gewicht.