3.5 Mediale Darstellungen von Gewalt

Nicht nur personenbezogene Aspekte tragen dazu bei, wie Heranwachsende mit medialen Gewaltdarstellungen zurechtkommen. Auch die Art der Darstellung und die Kontexte haben Bedeutung dafür, wie Kinder und jüngere Jugendliche mit medialer Gewalt umgehen. Vier Formen überschreiten die Schwelle der meisten Kinder. Die Konfrontation führt zu Ablehnung, Verunsicherung und oft zu Angst. Es sind dies:

  • Gewalthandlungen, die mit drastischen, sichtbaren Folgen verbunden sind. Das können z.B. blutige Kämpfe in Actionfilmen sein. Kinder leiden v.a. aus der Opferperspektive heraus mit den Geschädigten.
  • Gewalthandlungen, die in mysteriöse Zusammenhänge eingebettet sind, die zumindest für jüngere Kinder unbegreiflich sind, z.B. Kulthandlungen, Opferrituale, Gewalt, die von Außerirdischen ausgeht, usw.
  • Gewaltdarstellungen in realitätsnahen Kontexten, wie sie in Krimis, in Serien aber auch in PC-Spielen mit realitätsnahem Kriegsszenario vorkommen. Heranwachsende haben vor allem dann Schwierigkeiten, wenn Kinder beteiligt sind oder wenn das Geschehen in einer ihnen vertrauten Umgebung angesiedelt ist. Kinder, aber auch noch jüngere Jugendliche erkennen oder vermuten hier Nähen zum wirklichen Leben.
  • Gewaltdarstellungen in realen Kontexten, z.B. in Nachrichten oder in Boulevardmagazinen, tangieren Heranwachsende ebenfalls besonders dann, wenn die eigene Generation involviert ist oder wenn das Geschehen ihrer Lebenswelt nahe kommt. Dann stellen Kinder Verbindungen zwischen dem Gesehenen und ihrem persönlichen Umfeld her. Im Internet sind extrem drastische Formen von realitätsnahen Gewaltdarstellungen zu finden, die die Gewaltschwelle von Kindern bei weitem überschreiten.

Im Umgang mit solchen Medieninhalten brauchen die Mädchen und Jungen Unterstützung und Begleitung. Sie brauchen einen Ansprechpartner, der auf ihre Fragen eingeht oder ihnen emotionale Zuwendung gibt und ihnen so hilft, das Gesehene richtig einzuordnen oder sich davon zu distanzieren. In Bezug auf manche Internetangebote helfen allerdings nur noch konsequente Vermeidungsstrategien.