3.4 Die Gewaltschwelle moderierende Faktoren: Geschlecht, Alter, Erfahrung, soziales Anregungsmilieu

Wie Heranwachsende mit medialer Gewalt umgehen ist abhängig:

  • vom Geschlecht: Die Gewaltschwelle von Mädchen ist in der Regel niedriger als die von Jungen, d.h. Mädchen reagieren schon auf weniger drastische Gewaltformen.
  • vom Alter: Die medienbezogenen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen bilden sich mit zunehmendem Alter immer mehr aus. Je älter die Heranwachsenden sind, desto ausgeprägter sind ihre Verstehensfähigkeiten, desto besser können sie mediale Gewalt einordnen und desto leichter gelingt es ihnen, sich zu distanzieren.
  • von den realen Gewalterfahrungen: Was Heranwachsende unter Gewalt verstehen und wie sie mediale Gewalterfahrungen bewerten, steht in engem Zusammenhang mit ihren realen Gewalterfahrungen.
  • vom sozialen Anregungsmilieu: Welche Anregungen Kinder und Jugendliche aus ihrem Umfeld erhalten und was ihnen hier vorgelebt wird, hat einen Einfluss auf ihre Auseinandersetzung mit realen und medialen Gewalterfahrungen.

Neben diesen Faktoren, die außerhalb der Medien liegen, ist der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit medialer Gewalt auch abhängig:
  • von ihren medialen Gewalterfahrungen: Wie Heranwachsende mediale Gewalt einordnen, ist auch davon beeinflusst, mit welcher Menge von Gewaltdarstellungen sie bereits konfrontiert wurden und mit welchen Formen der Darstellung sie sich schon auseinander gesetzt haben.