3.2 Das Problem mit der "guten" Gewalt in Medien

Bestimmte Gewaltformen sind vor allem für jüngere Kinder schwer zu entschlüsseln. Eine dieser Gewaltformen ist die so genannte gerechtfertigte Gewalt, wie sie vor allem in Actionangeboten im Kino und im Fernsehen häufig anzutreffen ist, aber auch in Computerspielen. Mit "gerechtfertigter Gewalt" ist solches Gewalthandeln gemeint, das in der Regel von den "Guten" ausgeht und einen "guten Zweck" verfolgt. Die Konfliktlösung durch Gewaltanwendung wird nicht in Frage gestellt, es wird vielmehr vermittelt, dass diese notwendig ist.

Werden Kinder immer wieder in verschiedenen inhaltlichen Kontexten und in unterschiedlichen Medien wie Fernsehen und PC-Spielen mit diesem Muster von Gewalthandeln konfrontiert, kann dies dazu führen, dass sie ihre ethischen Vorstellungen daran orientieren und Gewalt auch im Alltag für richtig halten, so es sich denn um in ihren Augen "gerechtfertigte Gewalt" handelt.

Desorientierung und ein problematisches Weltbild der Heranwachsenden, in dem Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung von Interessen gilt, können Folgen sein. Um dem entgegenzuwirken, ist es notwendig, den Medienkonsum der Heranwachsenden zu begleiten und den einseitigen Medienvorgaben an der Wirklichkeit ausgerichtete Korrektive entgegenzusetzen, denn in der Wirklichkeit ist Gewalt immer ein Problem und kein Mittel der Wahl.