... wenn Mediengewalt fasziniert

In den audiovisuellen Medien sind gewalthaltige Darstellungen nicht eben eine Seltenheit. Sie haben ihren Platz im sonntäglichen ‚Tatort' genauso wie in Actionserien, in Zeichentrickangeboten, in Kinofilmen oder in Computerspielen.
Besonders verbreitet sind die Befürchtungen, dass Kinder bzw. Jugendliche gewalttätiges Verhalten von Medienfiguren nachahmen und dass sie durch Gewalt in den Medien gegenüber Gewalt in der Realität abstumpfen.
Keine dieser beiden Wirkungsvermutungen konnte bisher wissenschaftlich zweifelsfrei belegt werden. Nachgewiesen ist jedoch, dass Medien eine verstärkende Wirkung haben: Erleben Kinder und Jugendliche in der Realität Zwang und Gewalt als probates Mittel zur Durchsetzung von Interessen, können Medieninhalte mit der gleichen Aussagerichtung diese Modelle weiter verfestigen und ein problematisches Gewaltverständnis nachhaltig fördern. Fühlen sich Kinder oder Jugendliche von gewalthaltigen Medieninhalten angezogen, sind die Gründe dafür auch in ihrer Realität zu finden. Alter und Geschlecht sowie das soziale Umfeld und das intellektuelle Anregungsmilieu, in dem sie aufwachsen, bestimmen entscheidend,

  • welches Gewaltverständnis sie haben,
  • wie sie mit Gewalt umgehen und
  • wie sie mediale Gewalt in ihren Alltag einbetten.