2.6 Wie umgehen mit der Werbung?

Werbung für Kinder kann man im Fernsehprogramm meiden, indem werbefreie Kinderprogramme eingeschaltet werden. Dies lässt sich jedoch als dauerhafte Strategie kaum realisieren: Kinder bevorzugen besonders kommerzielle Sender, die auf Werbung nicht verzichten; darüber hinaus werden sie nicht nur im Fernsehen mit Werbung konfrontiert, sondern in Zeitschriften, im Internet usw.

Es bleibt als weitere Strategie, Heranwachsende für den Umgang mit Werbung zu rüsten, indem ihre Werbekompetenz gefördert wird, also das Erkennen der unterschiedlichen Formen von Werbung und ihrer Absichten und die Auseinandersetzung mit ihrer Wirkung auf das eigene Fühlen und Handeln.
An erster Stelle können Eltern die Werbekompetenz ihres Nachwuchses steigern, indem sie - und das ist wichtig: ohne die Wünsche der Heranwachsenden zu diskriminieren oder schlecht zu machen oder die begehrten Produkte zu verteufeln - ihnen helfen, die Mittel und Absichten der Werbung zu durchschauen. Dabei darf man Werbung auch ruhig einmal lustig oder gut gemacht finden.

Werbekompetenz allein reicht aber nicht aus, um unerwünschter Werbewirkung zu entgehen. Ob Heranwachsende ihr Taschengeld für das nächstbeste attraktiv beworbene Produkt ausgeben, hängt auch davon ab, was ihnen in der Familie in Bezug auf Konsumverhalten und Kaufentscheidung vorgelebt und vermittelt wird.