... wenn Medienwerbung tyrannisiert

Medien sind auf Werbung angewiesen, um sich zu finanzieren. Kinder und Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe der Werbung. Entsprechend unausweichlich ist für sie von klein auf die Werbung: In Fernsehspots zu ihren Hauptsehzeiten und im Umfeld ihrer Lieblingssendungen, aber auch auf Verpackungen von Musikträgern oder PC-Spielen und natürlich im Internet.
Die Allgegenwart von Werbung schürt die Befürchtung, dass Kinder und Jugendliche zu kritiklosen Käufern heranwachsen, die nur materielle Werte im Kopf haben, oder dass Heranwachsende den Versprechungen der Werbung glauben, was im schlimmsten Fall direkte gesundheitsgefährdende Konsequenzen haben kann (z.B. Zigaretten- oder Alkoholkonsum).
Von der Hand zu weisen sind solche Befürchtungen nicht. Allerdings ist zu bedenken, dass das Werbeverständnis mit dem Alter wächst. Je jünger die Kinder sind, desto weniger ausgebildet ist die Fähigkeit, Werbung zu verstehen und sie richtig einzuordnen. Vor allem Vorschulkinder haben Probleme, z.B. Fernsehwerbung von Programm zu unterscheiden und die Absicht von Werbung zu begreifen. Ältere Kinder verstehen zwar, was Werbung ist und was sie von ihnen will. Ihrer Wirkung können sie sich aber nur schwer entziehen. Deshalb ist es wichtig, Heranwachsende beständig darin zu unterstützen, sich nicht von den in der Werbung gepriesenen "Werten" leiten zu lassen.