1.5 Medien machen süchtig

Medien faszinieren, und gerade Kinder und Jugendliche entdecken immer wieder Neues und Aufregendes in den vielfältigen Medienwelten, zu denen sie heute Zugang haben. Manchmal sind sie davon so begeistert, dass sie gar nicht mehr von diesen Medienwelten lassen wollen. Die Rede von der "Mediensucht" ist dann schnell parat - vorschnell oftmals. Denn der Begriff Sucht meint ja Abhängigkeit, Kontrollverlust, Verlust der Sozialeinbindung und ähnlich Weitreichendes.

Es gibt Phasen, in denen Heranwachsende besonders fasziniert sind von den Medienangeboten. Diese Phasen intensiver Mediennutzung sind allerdings meist nicht von Dauer. Dominiert intensiver Medienkonsum über einen längeren Zeitraum über andere Beschäftigungen, kann das mit aktuellen Problemen im richtigen Leben zusammenhängen. Dies kommt häufig in der schwierigen Phase der Pubertät vor oder auch am Anfang bzw. Ende eines bestimmten Lebensabschnitts. Ursachen können auch aktuelle Konflikte in der Familie oder in der Gleichaltrigengruppe, Versagensängste o.ä. sein.

Wenn die Mädchen und Jungen die Medienangebote über einen längeren Zeitraum der realen Welt vorziehen, wenn sie in der Flucht in die Medienwelt die einzige Möglichkeit sehen, ihr Leben zu ertragen oder Teile ihres Lebens in mediale Kultwelten (z.B. "Star Wars") oder in virtuelle Welten (Spiele, Chats) verlagern, dann hat der Begriff Mediensucht seine Berechtigung und die Heranwachsenden brauchen dringend Hilfe von außen.