4.3 Information für Kinder: Wissenssendungen und Kindernachrichten

Wenn Heranwachsende sich informieren wollen, spielt das Fernsehen eine wichtige Rolle. Bei den 6- bis 9-Jährigen steht das Fernsehen nach den Büchern an zweiter, bei den 10- bis 14-Jährigen an dritter Stelle. Bei Jugendlichen hat auch das Internet Vorrang.

Aktuelle Nachrichtensendungen für Kinder gibt es im Fernsehen nur sehr wenige (z.B. "neuneinhalb" in der ARD, "logo!" im ZDF und auf KI.KA). Das liegt unter anderem daran, dass Kinder ein anspruchsvolles Nachrichtenpublikum sind. Damit Nachrichten bei ihnen ankommen, muss eine verständliche Sprache verwendet und komplizierte Sachverhalte müssen ausführlich und anschaulich erklärt werden. Doch der Aufwand lohnt sich. Ein Großteil der Kinder kennt z.B. "logo!" und bescheinigt der Sendung einen hohen Gehalt an Wissenswertem.

Auch Wissenssendungen stehen bei Kindern hoch im Kurs. Die Zahl der entsprechenden Sendungen ist in den letzten Jahren größer geworden. Vier Fünftel der 6- bis 13-Jährigen möchten im Fernsehen Dinge erklärt bekommen und etwa ebenso viele sehen sich Wissenssendungen an (Frey-Vor/Schuhmacher 2004). Die Wissens-Klassiker wie "Löwenzahn" und die "Sendung mit der Maus", die schon seit Jahrzehnten laufen, sind auch bei den Kindern am bekanntesten. Zu den persönlichen Favoriten zählen Sendungen, die Anregungen zum Ausprobieren und Mitmachen geben und Informationen bieten, die die Kinder aktiv nachvollziehen können, wie z.B. in den Sendungen "Wissen macht Ah!" und "Finger Tips" (Flimmo 2004).

Damit von den Sendungsinhalten auch tatsächlich "etwas hängen bleibt", erweist es sich natürlich als günstig, wenn sie didaktisch gut aufbereitet sind, also z.B. sympathische Ankerpersonen durch ein Thema führen und Fakten sinnfällig in Bilder umgesetzt werden (Theunert/Eggert 2001, Götz 2004). Doch selbst wenn Kinder sich nicht alle gezeigten Details merken, so können gut gemachte Sendungen doch die Aufmerksamkeit der Heranwachsenden für die behandelten Themen wecken und weitergehendes Interesse anstoßen (Rolletschek 2004).

An diesem Punkt können auch Eltern aktiv werden, um den weitergehenden Wissensdurst der Kinder zu stillen und ihnen gleichzeitig zu vermitteln, wie sie sich selbst schlau machen können. Ausgehend von den Fragen der Kinder können sie mit ihnen z.B. gemeinsam im Lexikon nachschlagen, in die Bibliothek gehen oder Internetquellen zu Rate ziehen (à vgl. Lernen mit dem Internet).

Eine Auswahl von Wissenssendungen für Vor- und Grundschulkinder im Fernsehen empfiehlt die Bundeszentrale für politische Bildung.


Infobox

Literatur

Flimmo Programmberatung für Eltern e.V. (Hrsg) (2004) Wissen von A bis Z. Flimmo Kinderbefragung.
www.flimmo.de/downloads/BerichtWissen.pdf

Frey-Vor, Gerlinde; Schumacher, Gerlinde (2004) Kinder und Medien 2003. Studie der ARD/ZDF-Medienkommission - Kernergebnisse für die sechs- bis 13-jährigen Kinder und ihre Eltern. In: Media Perspektiven 9/2004, S 426-440

Götz, Maya (2004) Lernen mit Wissens- und Dokumentationssendungen. Was Grundschulkinder aus aktuellen Formaten gewinnen. In: Televizion 17, 1, S 33-42

Rolletschek, Helga (2004) Lernen mit Löwenzahn? Untersuchung zum Einfluss einer Sendung auf Wissen und Einstellungen von Grundschülern. In Televizion 17, 1, S 22-26

Theunert, Helga; Eggert, Susanne (2001) Was wollen Kinder wissen? Angebot und Nachfrage auf dem Markt der Informationsprogramme. In: Schächter, Markus (Hrsg.) Reiche Kindheit aus zweiter Hand? Medienkinder zwischen Fernsehen und Internet. München