2.4 Handy, PDA und portable Spielkonsolen als mobile Unterhaltungsstationen

Geht es nach den Erwartungen der Medienanbieter, werden Radio- und Fernsehprogramme, Musik, Filme und Computerspiele in naher Zukunft zum ständigen Begleiter auf allen Wegen, vereint durch kleine Geräte, die an allen nur denkbaren Orten Funk empfangen und/oder in Kontakt mit dem Internet stehen. Vorbei sei bald die Zeit, da unhandliche CDs und DVDs mitgeführt und auf schweren Kleincomputern im Aktentaschenformat abgespielt werden. Geräte wie das Handy, der Personal Digital Assistant (PDA), die portable Spielkonsole und der mp3-Player schrumpfen auf Westentaschenformat. Große Erwartungen werden dabei in den Ausbau der Handytechnik gesetzt. Angepeilt ist eine Vereinigung möglichst aller Unterhaltungs- und Kommunikationsfunktionen, so dass funk- und/oder internetbasiert jederzeit das individuell zusammengestellte Unterhaltungsmenü verfügbar ist.

Wann und in wie weit sich diese Möglichkeiten durchsetzen, ist jedoch nicht nur eine Frage der technischen Möglichkeiten, sondern auch eine der Kosten sowie der Akzeptanz durch die Kundschaft. Darüber, wie Kinder und Jugendliche mit dieser ausgeweiteten Verfügbarkeit von Unterhaltungsangeboten umgehen, ist noch wenig bekannt. Fast alle Handys bieten kleine Computerspiele und die Handys eines guten Viertels der Jugendlichen sind bereits mit weiteren Funktionen, wie Radio-, Fernsehempfang oder mp3-Player ausgestattet (JIM 2005). Allerdings sind diese Funktionen den Jugendlichen nicht unbedingt wichtig. Kosten sind hier sicher von Bedeutung. Offen ist, welche anderen Faktoren eine Rolle spielen, z.B. die Frage, ob Jugendliche überhaupt ein Bedürfnis nach allgegenwärtigem Fernsehen haben.


Infobox

Literatur

Breunig, Christian (2006) Mobile Medien im digitalen Zeitalter. Neue Entwicklungen, Angebote, Geschäftsmodelle und Nutzung. In: Media Perspektiven 1/2006, S 2-15

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2004) JIM-Studie 2004. Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger. Baden-Baden