1.3 Multifunktionale Medien und mobile Mediennutzung

Mit der Verfügbarkeit des Gerätes steht insbesondere bei den multifunktionalen Medien Computer, Handy und Internet noch nicht fest, was damit gemacht wird. Die multifunktionalen Geräte öffnen Wege zu unterschiedlichsten Medienangeboten, auch wenn die vielfältigen Nutzungsformen noch nicht allen Anwenderinnen und Anwendern selbstverständlich sind: Mit Computer und Internet kann man ebenso gut fernsehen, radiohören, Musik und Filme abspielen wie telefonieren und Nachrichten unterschiedlichster Form austauschen. Viele Handys eignen sich nicht nur als Telefon sowie als SMS- und Bild-Messenger, sondern auch als Musik- und Spielgerät, Fotoapparat und -album sowie für den Internetbesuch. Sogar kurze Videos lassen sich speichern und vorführen. Der Abruf und das Versenden von Musik, Fernsehsendungen und Videos per Handy wird in nächster Zukunft immer üblicher werden und Jugendliche übernehmen – wie so häufig bei technischen Neuerungen – die Vorreiterrolle. Trotz der Allgegenwart der Geräte und der vielfältigen Zugänglichkeit der Medieninhalte hängt es von vielen Faktoren ab, was Kinder und Jugendliche mit den Medien anfangen und wie umfangreich sie sie nutzen. So steht z.B. bei der Handynutzung immer noch die Kommunikation oben an, während andere Funktionen, vor allem wenn sie hohe Kosten verursachen, zurückhaltender eingesetzt werden.

Die mobile Mediennutzung spielt für Kinder und Jugendliche eine immer größere Rolle. Transportable und multifunktionale Geräte, wie Handy, portable Spielkonsole und Computer, machen die Lieblingsmusik, das favorisierte Computerspiel oder den Lieblingsfilm jederzeit und überall verfügbar. Einen Gameboy besitzen 45% der 6- bis 13-Jährigen und fast ebenso viele einen Walkman oder Discman (41%). Eine zunehmende Zahl der 12- bis 19-Jährigen hat einen mp3-Player.

Mobile Kommunikation ermöglicht stete Erreichbarkeit und Verbundenheit mit Familie und Freunden. Der Großteil der 12- bis 19-Jährigen hat ein eigenes Handy, bei den 6- bis 13-Jährigen ist es knapp ein Viertel. Für Jugendliche stehen die Handyfunktionen SMS und Telefonate oben an, gefolgt vom Spielen und Fotografieren mit dem Handy. Das relativ teure Versenden von Fotos und das Handy-Surfen im Internet spielen noch eine untergeordnete Rolle.


Infobox

Literatur

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2003) KIM-Studie 2003. Kinder und Medien. Computer und Internet. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger. Baden-Baden

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2004) JIM-Studie 2004. Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger. Baden-Baden